CORONA & ALDYNE

Die meisten Kunststoffe haben eine unpolare, elektrisch gut isolierende und wasserabweisende Oberfläche. Sie ist schlecht benetzbar durch Druckfarben, Lösemittel, wässrige Kunststoffdispersionen, Klebstoffe oder Haftvermittler. Dies gilt vor allem für Polyethylen-, Polypropylen- und Polyesterfolien. Das Bedrucken solcher Kunststoffe (Folien oder räumliche Körper) oder ihre Weiterverarbeitung durch Kaschieren oder Beschichten ist deshalb gar nicht möglich. Die Druckfarben würden nicht haften, bei der Herstellung von Verbundfolien würde Delamination eintreten.

Hier hilft man sich durch die Coronabehandlung, die am häufigsten angewendete Form der Oberflächenbehandlung. Das Ziel dieser Methode ist die Erhöhung der Polarität der Oberfläche, wodurch Benetzbarkeit und chemische Affinität deutlich verbessert werden.

Blasfolienextrusion

AFS Horgau Blasfolie

Blasfolienextrusion ist das älteste Folienherstellungsverfahren. Aus einer ringförmigen Düse tritt geschmolzener Kunststoff aus und formt eine 10 – 20 m hohe Blase. Ein Quetschwalzenpaar legt den dann bereits erstarrten Schlauch zusammen. Dadurch entsteht das sog. Layflat, das nach unten zum Wickler läuft. Kurz vor den zwei Wickelstellen schlitzen Messer das Layflat seitlich auf, so dass zwei Flachfolien entstehen, die gleichzeitig aufgewickelt werden.

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Flachfolienextrusion

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Nicht alle Folienmaterialien lassen sich gleich gut behandeln. Damit kommt der Corona-Behandlung von PP eine besondere Rolle zu. Das bedeutet bei hohen Produktionsgeschwindigkeiten enorme Generatorleistungen. Damit steigt aber auch das Risiko einer unerwünschten Rückseitenbehandlung aufgrund thermischer Überlastung der Folie. Dies stellt an das Design einer Corona-Behandlungsanlage für PP-Folien besonders hohe Anforderungen.

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Beschichtung

Extrusionsbeschichter fahren meist extreme Geschwindigkeiten. Deshalb muss die Coronaanlage ganz besonders zuverlässig und robust sein. Hier zeigen die AFS-Systeme, was sie können.

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Druck

AFS Horgau Corona Antrieb Zahnrad Keramikschiene

Hohe Bahngeschwindigkeiten begünstigen Schlupf zwischen Folie und Behandlungswalze. Dadurch entstehen neben statischen Aufladungen feinste Kratzer, besonders in aufgedampften Metallisierungen. Die Kratzer zerstören die Barriereeigenschaften der Metallschicht und beeinträchtigen die optische Erscheinung. Schnell laufende Warenbahnen transportieren Luft zwischen Walze und Folie. Dadurch entsteht eine in vielen Fällen ungewollte Rückseitenbehandlung.

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Kaschieren

Die zunehmende Anwendung von lösungsmittelarmen und lösungsmittelfreien Klebern erfordert eine höhere Oberflächenenergie als bisher. Deshalb setzt sich ein Trend immer mehr durch: die Corona Behandlung inline zum Kaschierprozess.

Die Vorprodukte für die Kaschierung wurden normalerweise vorher gelagert. Während der Lagerung sinkt die Oberflächenenergie, weil Wachse und Gleitmittel nach außen diffundieren und die behandelte Oberfläche bedecken.

Eine relativ geringe Dosis stellt die während der Produktion der Folie erreichte Oberflächenenergie wieder her. Deshalb lassen sich selbst in schnell laufende Kaschiermaschinen kompakte Corona Anlagen einbauen.

Textilien und Vliese

Hydrophil oder Hydrophob

Textilien und Vliese bestehen in der Regel aus gewebten Fäden oder verwirkten Fasern. Die Materialien sind Wolle, Baumwolle und Kunstfasern. Die Coronabehandlung findet somit nicht auf einer homogenen Oberfläche, sondern auf einer Vielzahl von Oberflächen auch innerhalb der Warenbahn statt.

Ziel der Behandlung ist, das Absorbtionsvermögen zu verbessern. Wie wirkungsvoll die Behandlung war, erkennt man daran, wie schnell ein Flüssigkeitstropfen aufgesogen wird.

Die Coronabehandlung muss dabei schonend durchgeführt werden, um die einzelnen Filamente nicht thermisch zu schädigen, und doch intensiv genug, um schwer zu behandelnde Kunstfasern zu aktivieren.

Das schafft die Voraussetzung für weitere Prozessschritte. Spezifische Ausrüstungen haften dauerhaft mit unterschiedlichsten Eigenschaften wie z.B. flammhemmend oder wasserabstoßend.

Rohrvorbehandlung

Fernwärmeleitungen transportieren heißes Wasser oder Wasserdampf. Aus Isolationsgründen liegen sie nicht direkt im Erdreich, sondern eingebettet in ein PE Mantelrohr. PUR Schaum füllt den Zwischeraum aus.

Damit dieser am Mantelrohr anhaftet, aktiviert man die Innenseite des Rohres.

Die AFS Rohrbehandlungsanlagen bestehen aus einer Außenelektrode, durch die das Rohr während des Extrusionsprozesses hindurchläuft. Die Innenelektrode ist mit einer Kette am Extruderkopf befestigt und befindet sich, unsichtbar im Rohr, exakt an der Stelle, wo die Außenelektrode ist.

Plattenvorbehandlung

Beidseitiges Behandeln starrer Warenbahnen

Zur Behandlung eines breiten Spektrums von Platten stehen verschiedene Modelle zur Verfügung. Das ein- oder beidseitigen Behandeln von starren und unbiegsamen Warenbahnen erfordert besondere Maßnahmen zur Bahnführung und eine sehr robuste Bauweise. Auch wenn die Geschwindikgeiten nicht hoch sind, wirken enorme Kräfte.